Fachthema

Occursus

Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie zum zweiten Mal verliehen

Jatros Digital, 08.05.2017

Autor:
Quelle:
Walter Voitl-Bliem, MBA
Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie Mobil: +43/664/405 36 46 E-Mail: walter.voitl-bliem@oegho.at

Onkologie

Der „Occursus – Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie“ hat das Ziel, die Kommunikation mit Krebspatienten sowie deren Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu werden in zwei Kategorien – Anerkennungs- und Förderpreis – laufende oder abgeschlossene Projekte prämiert bzw. Projektideen gefördert. Am 7. April 2017 wurden die Preisträger des Occursus 2017 ausgezeichnet.

Fokus auf Kommunikation mit Krebspatienten

„Die Kommunikation mit Krebspatienten ist ein sensibles Thema – vom Überbringen der Diagnose bis hin zur Therapiebegleitung“, betont Walter Voitl-Bliem, MBA, Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO). Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Kommunikation Einfluss auf Compliance und Zufriedenheit der Patienten hat, aber auch den Gesundheitszustand verbessern kann. „Im medizinischen Alltag ist es aber oft so, dass dem Thema Kommunikation nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, wie nötig wäre – oft auch, weil Zeit und andere Ressourcen fehlen“, so Voitl- Bliem. Daher hat die OeGHO den Occursus ins Leben gerufen, der laufende und abgeschlossene Projekte mit jeweils 3000 Euro Preisgeld prämiert (Kategorie Anerkennungspreis) und die Umsetzung einer Projektidee mit bis zu 10 000 Euro fördert (Kategorie Förderpreis). Gesponsert wird der Preis vom Pharmaunternehmen Janssen.

Förderpreis Occursus 2017: „Mein Logbuch – ich kenne mich aus“

Insgesamt 18 Projekte wurden für denOccursus 2017 eingereicht, vier Preisträger wurden von einer neunköpfigen Experten- Jury ausgewählt und im Rahmen der OeGHO-Frühjahrstagung in Bregenz ausgezeichnet. In der Kategorie Förderpreis konnte das Projekt „Mein Logbuch – ich kenne mich aus“ der Universitätsklinik für Kinder- und  jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien/AKH Wien, überzeugen, das auf einem psychoedukativen Ansatz für Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung aufbaut. Entwickelt werden „Logbücher“, die Kinder und Jugendliche durch die gesamte Therapiezeit begleiten, damit Orientierung geben und altersadäquate Wissensvermittlung sicherstellen. In der Pilotphase wird „Mein Logbuch“ an der Univ.-Klinik für Kinder- und  Jugendheilkunde am AKH Wien eingesetzt.

Preisträger Kategorie Anerkennungspreis 2017

In der Kategorie Anerkennungspreis war diesmal einer der drei Preise für ein Laienprojekt reserviert, also für ein Projekt von Personen, die beruflich nicht mit dem Thema Onkologie befasst sind. Das ausgezeichnete Laienprojekt kam von der Selbsthilfegruppe „Myelom- und Lymphomhilfe Österreich“. Das Projekt „Online- Kursreihe für Myelom- und Lymphompatienten“ bereitet medizinisches Basiswissen für Patienten einfach und verständlich auf. Der Bedarf dafür wurde in einer Umfrage erhoben, die Online- Kursreihe ist auf www.selpers.com abrufbar.
Mit dem Projekt „Krebsakademie – Wissen ist der beste Wirkstoff“ des Ordensklinikums Linz – Barmherzige Schwestern wurde ein besonders umfassendes Projekt ausgezeichnet. Die Aufgabe der Krebsakademie ist es, durch Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen für eine gemeinsame Sprache aller in die Behandlung von Krebspatienten involvierten Personen zu sorgen. Erstmals lehren und lernen so Assistenzärzte, Therapeuten, niedergelassene Ärzte, Apotheker und Spitalsmediziner gemeinsam – mit- und voneinander. Das Ziel ist, ein gemeinsames Verständnis für Krebserkrankungen zu entwickeln, um die Kommunikation berufs- und einrichtungsübergreifend zu verbessern und Abläufe im Sinne der Patienten zu optimieren.
Das dritte Preisträgerprojekt, „Würdezentrierte Therapie für onkologische/hämatoonkologische Patienten in der letzten Lebensphase“, wurde vom Krankenhaus St. Vinzenz in Zams eingereicht. Im Zuge dieses Therapieansatzes wird mit Patienten in der letzten Lebensphase ein semistrukturiertes Interview geführt, das sie dazu anleitet, identitätsstiftende Ereignisse und Epochen aus ihrem Leben zu erzählen. Das daraus entstehende Dokument wird dem Patienten überreicht. Die Intervention führt laut Studien unter anderem zu einem gehobenen Würdegefühl und einem gesteigerten Empfinden der Bedeutung des eigenen Lebens, ist aber auch hilfreich für die Familie.

Occursus 2018: Einreichungen ab Herbst 2017 möglich

Nach zwei erfolgreichen Ausschreibungen geht der Occursus im Herbst 2017 in die dritte Runde. Informationen zur kommenden Ausschreibung und zum Start der Einreichfrist sind ab September 2017 auf der Website www.occursus.at verfügbar.