JATROS Hämatologie & Onkologie 2018/6

T. Maurer, Hamburg Referat UROONKOLOGIE Radioaktiv markiert – exakt lokalisiert Die PSMA-„radioguided surgery“ beim Prostatakarzinomrezidiv Mit gegen das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) gerichteten Tracern können in der Positronenemissions- tomografie (PET) bei Patienten mit Prostatakarzinomrezidiv bereits kleine metastatische Absiedelungen erkannt werden. Im Falle einer Salvage-Operation ist die Identifikation dieser meist kleinen und/oder atypisch gelegenen Läsionen oftmals schwierig. Der gezielte Einsatz von 99m Technetium-markierten PSMA- Liganden ( 99m Tc-PSMA-„radioguided surgery“) kann das intraoperative Auffinden erheblich erleichtern. Einleitung Bei Patienten mit Prostatakarzinomre- zidiv nach radikaler Prostatektomie und gegebenenfalls lokaler Strahlentherapie gilt leitliniengemäß die Einleitung einer Systemtherapie in Form einer Hormonthe- rapie bei weiterer PSA-Progression als Standard. Bei einigen Patienten mit begin- nendem PSA-Rezidiv und limitierter Weichteilmetastasierung (v.a. pelvine Lymphknotenmetastasen) bietet sich je- doch eine Salvage-Operation als weitere Therapieoption an. In den letzten Jahren ist diese Therapiealternative beim lokali- siert metastasierten Prostatakarzinom mehr und mehr in den Fokus gerückt – gerade durch die Fortschritte im Bereich der bildgebenden Diagnostik. Hier sei vor allem die Positronenemissionstomografie (PET) genannt, die unter Verwendung von gegen das prostataspezifische Memb- ranantigen (PSMA) gerichteten Tracern (v.a. 68 Ga-PSMA-11) Rezidive selbst bei niedrigen PSA-Werten bildgebend erfas- sen kann (Abb. 1). Die intraoperative De- tektion bei Salvage-Operation gestaltete sich jedoch bisher gerade bei kleinen oder atypisch gelegenen Läsionen problema- tisch. Schnellschnittuntersuchungen zur KEYPOINTS ●● Die PSMA-PET ermöglicht die Detektion von Prostata- krebsmetastasen bereits bei niedrigen PSA-Werten im Rezidivfall. ●● Bei Patienten mit beginnen- dem PSA-Rezidiv und limi- tierter Weichteilmetastasie- rung (v.a. pelvine Lymphkno- tenmetastasen) stellt eine Salvage-Operation mögli- cherweise eine sinnvolle Therapieoption dar. ●● Die Entwicklung von intra- operativ nutzbaren mit radioaktivem 99m Technetium markierten PSMA-Liganden (PSMA-„radioguided sur- gery“) erleichtert das Auffin- den von kleinen bzw. aty- pisch gelegenen Prostata- karzinommetastasen. ●● Bei fehlenden Langzeitdaten ist die Indikation einer Sal- vage-Operation sowie einer PSMA-„radioguided surgery“ kritisch und individuell zu stellen. Abb. 1: Beispiel eines Patienten mit PSMA-PET-positivem Lymphknoten pelvin rechts bei biochemischem PSA-Rezidiv nach radikaler Prostatektomie (PSA: 0,9ng/ml): Bei annähernd unauffälliger CT-Untersuchung (links) zeigt sich pelvin rechts ein eindeutig suspekter Lymphknoten mit deutlicher Tracer-Anreicherung ( 68 Ga-PSMA-11) in der PSMA-PET-Fusionsbildgebung (rechts) 50 Hämatologie & Onkologie 6 /2018

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