JATROS Gynäkologie & Geburtshilfe 2018/2

aGO-taGunG Olaparib (Lynparza®) Zulassung der tablettenformulierung auch für Patientinnen ohne Brca-Mutation Der PARP-Inhibitor Olaparib (Lynparza®) – initial in Form von Kapseln beim BRCA-mutierten (mt) platinsensitiven Rezidiv eines serösen „High-grade“-Ovarialkarzinoms (HGSOC) zugelassen, ist nun in Form von Tabletten für high-grade epitheliale OC-Patientinnen unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus zugelassen. Die genetische Testung aller OC-Patientinnen bildet nach wie vor eine essenzielle Säule, um Mutationsträger zu identifizieren und das Risiko für die Entwicklung eines OC bzw. eines Mammakarzinoms zu evaluieren. study 19 – Erstzulassung von olaparib In der Phase-II-Studie Study 19 wurde erstmalig nachgewiesen, dass Olaparib als Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit einem platinsensitiven Rezidiv eines BRCA-mutierten serösen „High-grade“- Ovarialkarzinoms (HGSOC) nach einer kompletten oder partiellen Response auf eine platinhaltige Chemotherapie (CTx) zu einer signifikanten Verlängerung des pro- gressionsfreien Überlebens führte (11,2 vs. 4,2 Monate; HR: 0,18; p<0,0001). 1–3 Basierend auf diesen Ergebnissen wurde Olaparib im Jahr 2014 in Form von Kap- seln (8 Stück à 50mg, 2x täglich) von der EMA (European Medicines Agency) für HGSOC-Patientinnen mit einer BRCA- Mutation (Mt) zugelassen. 4 In einer Subanalyse der Study 19 konn- te nachgewiesen werden, dass auch bei Patientinnen ohne BRCA-Mutationen (Non-BRCA-mt) unter der Olaparib-Erhal- tungstherapie ein signifikanter PFS-Bene- fit erzielt wurde (HR: 0,54 vs. Placebo). Ebenso war die Zeitspanne bis zum Erfor- dernis der ersten (TFST) und der zweiten Folgetherapie (TSST) signifikant länger (HR: 0,45 bzw. 0,64). 2 Für Study 19 liegen inzwischen Langzeitdaten vor, die zeigen, dass 11% der Patientinnen mit und 12% der Patientinnen ohne BRCA-Mt >6 Jahre unter Olaparib-Therapie standen (Abb. 1). 5 SoLo-2: olaparib als tablettenformulierung Die Phase-III-Studie SOLO-2 6 ist die Bestätigungsstudie für Study 19 und führ- te zur Zulassung von Olaparib als Tablet- tenformulierung. Patientinnen mit rezidi- viertem platinsensitivem HGOC, Eileiter- oder primärem Peritonealkarzinom (n=295) wurden im 2:1-Design zum Erhalt von Olaparib in Form von Tabletten Kongress KeyPointS ●● Olaparib (Lynparza®) ist per Mai 2018 als Monosubstanz in Form von Tabletten für die Erhaltungstherapie bei Patien- tinnen mit einem Rezidiv eines epithelialen „High-grade“-Ova- rial-, Eileiter- oder primären Peri- tonealkarzinoms zugelassen, die auf eine platinbasierte Chemotherapie ansprechen. 9 ●● NEU ist einerseits die Applika- tion in Form von Tabletten, andererseits ist Olaparib nun unabhängig vom BRCA-Mutati- onsstatus indiziert. 9 ●● Die Tablettenformulierung bietet den Vorteil, dass nur 4 Stück anstelle von 16 Kapseln täglich eingenommen werden müssen. 9 ●● Olaparib wird 2x täglich in Form von je 300mg eingenommen (2x2 Tabletten à 150mg, d.h., die Tagesgesamtdosis beträgt 600mg). Für Dosisreduktionen steht die 100mg-Tablette zur Verfügung. 9 Abb. 1: Anzahl der Patientinnen unter Olaparib- bzw. Placebo-Erhaltungstherapie (modifiziert nach Gourley C et al 5 ) ≥1 ≥2 ≥3 ≥4 ≥5 ≥6 40% 46% 33% 24% 28% 19% 18% 22% 14% 15% 26% 14% 13% 15% 12% 11% 11% 12% PFS (Jahre) Anteil Patientinnen (%) Gesamtpopulation Gesamtpopulation [n=136] BRCA mt [n=74] Nicht-BRCA mt [n=57] PFS: progressionsfreies Überleben 50 40 30 20 10 0 40 Gynäkologie & Geburtshilfe 2/2018

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