JATROS Gynäkologie & Geburtshilfe 2018/2

NeWs oSteoPoRoSe osteoporosetherapie: Lebensstil und innovative Medikamente Zu wenige Menschen mit Osteoporose werden medikamentös behandelt, selbst wenn sie bereits mehrfach Knochenbrüche hatten, kritisierte die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) im Vorfeld ihres 61. Kongresses. Über diese Versorgungslücke und über neue vielversprechende Wirkstoffe, mit denen die Gefahr für Frakturen bei Risikopatienten reduziert werden kann, sprach Prof. Dr. Heide Siggelkow, Mitglied im Vorstand der DGE und ärztliche Leiterin des MVZ Endokrinologikum Göttingen. D ie Folgen osteoporotischer Knochen- brüche sind oft gravierend: Nach ei- ner Schenkelhalsfraktur erlangen nur et- wa 24% der Betroffenen wieder ihre voll- ständige Mobilität, 22% müssen infolge der Fraktur in ein Pflegeheim 1 und 20% der Menschen mit einer proximalen Fe- murfraktur sterben direkt oder indirekt daran. 2 „Damit präsentiert sich die Osteo- porose als eine potenziell tödliche Krank- heit“, warnt Prof. Siggelkow. Um das eige- ne Risiko für eine Osteoporose zu mini- mieren, kann jeder etwas tun, betont die Endokrinologin: Gesunde Ernährung, re- gelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf Nikotin gehören zu einer guten Prävention. Eine intensive körperli- che Aktivität diene nicht nur dem Wohl- befinden und dem Muskeltraining, son- dern vor allem der Minimierung eines Sturzrisikos. Sie müsse aber risikobewusst erfolgen und dem funktionellen Zustand angepasst werden. Auch ein ausgeglichener Vitamin-D- und Kalziumhaushalt sei für die Knochen- gesundheit wichtig, betont Siggelkow. 1000–1400mg Kalzium/Tag sollten über die Ernährung aufgenommen werden. Sehr häufig bestehe auch ein relativer Vitamin-D-Mangel: In der Nationalen Verzehrs-Studie II erreichten insgesamt 82% der Männer und 91% der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D nicht. 3 „Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer verminderten Aufnahme, Syn- these und Wirkung des Vitamins D3“, so Siggelkow. Ein Ausgleich über die Ernäh- rung sei oft nicht praktikabel; vor allem in den Wintermonaten sei eine Supplemen- tierung empfehlenswert. Andere Risikofaktoren wie eine ent- sprechende genetische Veranlagung, das Alter oder Geschlecht und bestimmte Vorerkrankungen kann man nicht beein- flussen. „Es ist wichtig, mithilfe dieser und anderer Faktoren die Patienten zu identifizieren, die ein deutlich erhöhtes Bruchrisiko haben“, meint Siggelkow. Einfach und allgemein zugänglich ist die Leitlinie Osteoporose des Dachverbandes Osteologie, die im März publiziert wor- den ist. „Leider werden viel zu wenige Men- schen mit Osteoporose – selbst nach mehrfachen Brüchen – medikamentös BUCHtiPP Kreißsaal Checklisten und Taschenatlas in einem: Dieses Buch, von Hebammen für Hebammen, bietet rasche Hilfe im Kreißsaal. Checklisten, Bilder, Grafiken und verständliche Texte bringen die wichtigsten Informationen schnell, einfach und übersichtlich auf den Punkt. Die Gliederung des Inhalts folgt dabei den Geburtsphasen und erleichtert das rasche Nachschlagen. Durch das handliche Format passt das Buch perfekt in die Kitteltasche und ist so stets griffbereit. Inhalt: • normale und regelwidrige Geburten • geburtshilfliche Notfälle • vielfältige Praxistipps zur Unterstützung einer physiologischen Geburt • psychosoziale Betreuung der Gebärenden • Bondingförderung während der Geburt • Folgen für Mutter und Kind bei allen relevanten Maßnahmen • mögliche Interaktionen im Kreißsaalteam In der 2. Auflage wurden alle Inhalte aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Deutscher Hebammenverband e.V.: Kreißsaal Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2018 2., aktualisierte Auflage 536 Seiten, ISBN: 978-3-13-240223-2, EUR 41,10 36 Gynäkologie & Geburtshilfe 2/2018

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