Fachthema

„wir sind diabetes“

Auf Defizite bei der Versorung hinweisen und Lösungen einfordern

Jatros, 12.11.2019

Autor:
Dr. Adalbert Strasser
Leiter der chirurgischen Gruppenpraxis Wundzentrum Wien 22 Vorstandsmitglied der Diabetes Initiative Österreich (DIÖ) und Präsident von „wir sind diabetes – Dachorganisation der Diabetes Selbsthilfe Österreich“
Kontakt:
Wundzentrum Wien 22
Stadlauerstraße 62, 1220 Wien
Tel.: 0664 150 74 31
E-Mail: office@wirsinddiabetes.at
Quelle:
Presseaussendung zur Pressekonferenz von „wir sind diabetes“, 29. Oktober 2019, Wien

Diabetologie & Endokrinologie

Nach Jahren der Trennung haben sich die drei wichtigsten Diabetesselbsthilfevereine des Landes, die Österreichische Diabetikervereinigung (ÖDV), die Aktiven Diabetiker Austria (ADA) und der Verein DIABÄR, zur „Dachorganisation der Diabetes Selbsthilfe Österreich“ zusammengeschlossen; weiteres Gründungsmitglied ist die Internetplattform Diabetes Austria – Initiative Soforthilfe für Menschen mit Diabetes. Die neue Dachorganisation trägt den Namen „wir sind diabetes“. Mit der Gründung von „wir sind diabetes“ wollen sich die Patientenorganisationen mehr Gehör verschaffen und strategisch wichtige Ziele gemeinsam verfolgen.

Stellenwert der Selbsthilfe

Die vielen Mitglieder der Selbsthilfeorganisationen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Betreuung von Menschen mit Diabetes in Österreich. Die allermeisten von ihnen tun das in ihrer Freizeit und ehrenamtlich. In den Selbsthilfegruppen lagern aber auch ein immenser Erfahrungsschatz und wichtige Einblicke, wenn es darum geht, die Stärken und Schwächen der Diabetesversorgung in unserem Land zu bewerten und notwendige Verbesserungen vorzunehmen. Dass in allen Arbeitsgruppen, in denen die Inhalte der Österreichischen Diabetes-Strategie (2017)1 erarbeitet wurden, Vertreter von Patientenorganisationen präsent waren, war ein wichtiges Signal. Wer kennt die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen mit Diabetes besser als die, die sich tagtäglich damit auseinandersetzen? „wir sind diabetes“ tritt dafür ein, dass der Stellenwert der Diabetesselbsthilfe sichtbar und anerkannt wird.

„wir sind diabetes“ sucht Konsens und Kooperation

Wir können auf vieles in der österreichischen Gesundheitsversorgung stolz sein, aber nicht alles ist gut und vieles verbesserbar, wie ein kürzlich veröffentlichter Rechnungshofbericht, der hohen Verbesserungsbedarf bei der Diabetesprävention und -versorgung sieht, erst wieder bestätigt.2 Eine Hauptaufgabe von „wir sind diabetes“ wird es sein, die Defizite in der Gesundheitsversorgung dieser Menschen zu benennen und auf die Probleme und Benachteiligungen von Menschen mit Diabetes im Alltag hinzuweisen.

Gemeinsam Lösungen suchen

Wir werden gemeinsam mit den Entscheidungsträgern in der Politik, im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft nach Lösungen suchen und diese von den Verantwortlichen einfordern. Dazu brauchen wir den Konsens und die Kooperation mit allen Beteiligten: den Standesvertretungen der Ärzte und der Apotheker, der Österreichischen Diabetes Gesellschaft, dem Verband der DiabetesberaterInnen und anderen Berufsgruppen, die mit der Betreuung von Menschen mit Diabetes betraut sind, mit den Sozialversicherungen, den Herstellern von Arzneimitteln und medizintechnischen Produkten und mit Verantwortlichen in der Politik und in der Verwaltung.

Forderungen von „wir sind diabetes“

Die Forderungen von „wir sind diabetes“ an die Entscheidungsträger in der Politik und im Gesundheitssystem sind im Eingangsartikel angeführt.


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Literatur: