Fachthema

ERS 2019

Neues von TRIMARAN und TRIGGER

Jatros Digital, 04.10.2019

Bericht:
Reno Barth
Quelle:
"Clinical Trial Session – ALERT: Abstracts Leading to Evolution in Respiratory Medicine Trials: Asthma"; "Novel findings from asthma clinical trials", European Respiratory Society (ERS) International Congress, 1. und 2. Oktober 2019, Madrid

Pneumologie

Subgruppenanalysen der Phase-III-Studien TRIMARAN und TRIGGER geben Einblicke in die Besonderheiten von Subgruppen der Asthmapopulation und ihr Ansprechen auf lang wirksame Anticholinergika (LAMA).

Die im Management der COPD zugelassene ICS/LABA/LAMA-Fixkombination Beclometasondipropionat/Formoterolfumarat/Glycopyrroniumbromid (BDP/FF/GB) zeigte in den beiden Phase-III-Studien TRIMARAN und TRIGGER im Vergleich zu BDP/FF eine signifikante Reduktion der Asthmaexazerbationen um 23% (p=0,008). In die Studien eingeschlossen waren Patienten mit unkontrolliertem Asthma unter ICS/LABA-Therapie und Exazerbationen im Jahr vor dem Einschluss in die Studie. Ausgenommen waren Raucher, Exraucher mit mehr als zehn Packungsjahren Tabak-Historie sowie Patienten mit konkomitanter COPD. Die beiden Studien unterschieden sich hinsichtlich der eingesetzten ICS-Dosierung: 400µg in TRIMARAN und 800µg in TRIGGER.1 In einem weiteren Studienarm wurden die Patienten mit BDP/FF behandelt und erhielten zusätzlich „open label“ Tiotropium 5μg/d (TioR).

Als Prädiktoren für ein FEV1-Ansprechen auf den LAMA wurden in älteren Studien akutes Ansprechen auf einen SABA (insbesondere Albuterol), ein reduziertes Verhältnis von Einsekundenkapazität zu forcierter Vitalkapazität (FEV1/FVC) sowie ein erhöhter cholinerger Tonus identifiziert.2 Im Rahmen des ERS 2019 präsentierte Prof. Dr. Dave Singh von der University of Manchester nun eine gepoolte Analyse von TRIMARAN und TRIGGER, die der Frage nachging, welche Faktoren für ein Ansprechen auf Glycopyrronium als Add-on sprechen. Singh betonte dabei allerdings einen wichtigen Unterschied zu den älteren Studien mit Tiotropium: Untersucht wurde in seiner Analyse nicht das FEV1-Ansprechen, sondern das Ansprechen im Sinne einer Reduktion von schweren Exazerbationen. Zu dieser Fragestellung gab es bislang keine publizierte Evidenz.

Die präspezifizierte Analyse wurde auf Basis der Daten von 1146 Patienten aus der BDP/FF/GB-Gruppe und 1145 Patienten aus der BDP/FF-Gruppe durchgeführt. Die Analyse ergab eine statistisch signifikant höhere Wahrscheinlichkeit des Ansprechens auf die Dreifachkombination bei einem BMI <25kg/m2, männlichem Geschlecht, lediglich einer Exazerbation im vergangenen Jahr, Nichtrauchern, einem Alter <65 Jahren und einer Reversibilität der Atemwegsobstruktion um mehr als 400ml nach Inhalation von 400µg Salbutamol. Singh betonte allerdings, dass manche Subgruppen so klein waren, dass die statistische Aussagekraft relativ schwach ist und einige Ergebnisse als hypothesengenerierend betrachtet werden müssen.3

In einer Post-hoc-Analyse der TRIGGER-Studie wurde die Frage gestellt, ob persistierende Atemflusslimitation (PAL) bei Asthma einen Prädiktor für klinisches Ansprechen auf eine Add-on-Therapie mit LAMA darstellt. Dazu wurde die Wirksamkeit von BDP/FF/GB im Vergleich zu BDP/FF in einer Subgruppe von Patienten mit PAL evaluiert. PAL war definiert durch ein FEV1 ≤80% vom Soll sowie ein Verhältnis von FEV1/FVC ≤0,7 nach 400μg Salbutamol. Die Analyse fand eine Assoziation von PAL mit besserem Ansprechen auf die Tripeltherapie. Es wurden 880 Patienten identifiziert, die den PAL-Kriterien entsprachen. In dieser Subgruppe führte BDP/FF/GB im Vergleich zu BDP/FF zu einer ausgeprägteren Reduktion sowohl moderater bis schwerer als auch schwerer Exazerbationen.4

Literatur: