Fachthema

Risikofaktoren für RA

Typ-1-Diabetiker und CED-Patienten sind besonders oft betroffen

Leading Opinions Digital, 12.06.2019

Quelle:
Kronzer V et al.: Comorbidities as risk factors for rheumatoid arthritis (AR) and accrual after RA diagnosis. EULAR-Kongress, 12.–15. Juni 2019, Madrid, Abstract Nr. OP0088

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Patienten, die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) oder Typ-1-Diabetes leiden, haben ein signifikant erhöhtes Risiko, auch noch an rheumatoider Arthritis (RA) zu erkranken.

Eine Autoimmunerkrankung kommt selten allein: Diesen Schluss lässt eine Studie aus den USA zu. Hier wurde zum einen die Prävalenz von insgesamt 77 Erkrankungen bei RA-Patienten mit derjenigen von Kontrollen verglichen. Zum anderen wurde auch untersucht, in welcher zeitlichen Abfolge eine Diagnose im Vergleich zur RA-Erstdiagnose auftritt, um zu erkennen, welche Erkrankungen einen prädiktiven Wert für eine Rheumadiagnose haben.
„Es ist bekannt, dass Patienten häufig sowohl Typ-1-Diabetes als auch RA aufweisen, doch unsere Ergebnisse legen nahe, dass entzündliche Darmerkrankungen und Typ-1-Diabetes ein Risikofaktor für die spätere Entstehung einer RA sind“, erklärte Dr. Vanessa Kronzer, Mayo Clinic School of Graduate Medical Education in Rochester (MN/USA). Die genannten Erkrankungen waren die einzigen Komorbiditäten, die in der Zeitperiode vor der Rheumadiagnose häufiger auftraten als danach (CED 1,9% versus 0,5%, p < 0,001; Typ-1-Diabetes 1,3% versus 0,4%, p = 0,01).
Diese Erkenntnis stammt aus einer Fallkontrollstudie von 821 RA-Patienten einer Datenbank eines Zentrums, bei der jeder Rheumapatient mit 3 hinsichtlich der Ausgangsfaktoren ähnlichen Kontrollpersonen verglichen wurde. In die Analyse gingen Komorbidität nach Eigenauskunft der Patienten und das Alter bei der Erstdiagnose von über 77 Begleiterkrankungen ein.
Vor der RA-Diagnose bestand bezüglich der Anzahl der weiteren Komorbidität kein Unterschied zwischen den Gruppen, nach der RA-Diagnose hingegen wies die RA-Gruppe im Vergleich zu den Kontrollen signifikant häufiger eine Komorbidität auf (median 5,0 versus 4,0 in der Kontrollgruppe, p = 0,003). In der RA-Gruppe bestanden auch mehr Erkrankungen, die bislang nicht mit einer RA assoziiert wurden, so z.B. venöse Thromboembolie (10% versus 6%; p < 0,001) und Epilepsie (3% versus 1,2%; p < 0,001). Rheumapatienten hatten dagegen seltener erhöhte Cholesterinwerte als die Kontrollen (11,4% versus 16,4%; p = 0,004). Bei der Häufigkeit onkologischer Erkrankungen gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen.


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