Fachthema

Rasche und anhaltende Wirkung

Selektiver JAK1-Hemmer überzeugt in der FINCH-1-Studie

Leading Opinions Digital, 12.06.2019

Quelle:
Combe B et al.: Efficacy and safety of filgotinib for patients with rheumatoid arthritis with inadequate response to methotrexate FINCH 1 primary outcome results. EULAR-Kongress, 12.–15. Juni 2019, Madrid, Abstract Nr. LB0001

Rheumatologie

Patienten mit rheumatoider Arthritis, die unzureichend auf Methotrexat ansprechen, könnten von einer Therapie mit dem experimentellen JAK1-Hemmer Filgotinib profitieren, so die Ergebnisse der großen FINCH-1-Studie.

Im Vergleich zur Placebogruppe erreichten signifikant mehr Patienten mit mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis (RA), die mit dem JAK-Inhibitor Filgotinib behandelt wurden, nach 12 Wochen eine Verbesserung nach den Kriterien des American College of Rheumatology (ACR20) um mindestens 20%. In Woche 24 entsprachen die ACR20-, ACR50- und ACR70-Ansprechraten der mit Filgotinib behandelten Patienten in etwa der aktiven Vergleichsgruppe, die Adalimumab erhielt. Dies waren die wichtigsten primären Ergebnisse der FINCH-1-Studie, die beim EULAR vorgestellt wurden.
In der doppelblinden Phase-III-Studie FINCH 1 wurden Patienten mit aktiver RA eingeschlossen und entweder mit Filgotinib, Placebo oder Adalimumab als aktiver Vergleichssubstanz behandelt. Die FINCH-Studie wird insgesamt 52 Wochen lang durchgeführt. Zusätzlich erhielten alle Studienteilnehmer Methotrexat (MTX) für bis zu 12 Wochen. „Die Wirkung von Filgotinib trat schnell ein und hielt über 24 Wochen an“, erklärte Prof. Dr. Bernard Combe, Rheumatologe an der Universität Montpellier (Frankreich) bei der Vorstellung der Studienergebnisse.
Neben den genannten Verbesserungen im ACR-Ansprechen führte die Behandlung mit Filgotinib auch zu einem signifikant höheren Prozentsatz an Patienten, die eine geringe Krankheitsaktivität erreichten (gemessen im DAS28-CRP ≤ 3,2). Auch diesbezüglich war die Wirkung ähnlich stark wie die von Adalimumab. Zudem verbesserten sich die Patienten hinsichtlich der Gelenkfunktion und es gab Hinweise auf eine Verlangsamung der radiologischen Progression.
In puncto Verträglichkeit gab es keine signifikanten Sicherheitsunterschiede zwischen den Studiengruppen: Die Rate schwerer Infektionen, Venenthrombosen und anderer unerwünschter Ereignisse war gering. Die Rate an schwerwiegenden Infektionen war in den Filgotinibgruppen etwas höher als in der Placebogruppe und in allen Gruppen höher als in der Adalimumabgruppe.
Eine Besonderheit der FINCH-1-Studie ist, dass sie mit über 1750 randomisierten Patienten viel größer als alle Studien ist, die sonst mit JAK-Hemmern durchgeführt wurde. Zudem unterscheidet sich Filgotinib von den bereits zugelassenen Vertretern der Substanzgruppe Baricitinib und Tofacitinib dadurch, dass es selektiv den JAK1-Signalweg blockiert. Nach Ansicht von Prof. Combe seien diese ersten Ergebnisse vielversprechend und man könne davon ausgehen, dass mit Filgotinib der dritte JAK-Hemmer in den nächsten Jahren auf den Markt kommt.


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