Fachthema

Epigenetische Studie

Spezifische DNA-Methylierung ist ein Risikomarker für die Entwicklung einer Psoriasisarthritis

Leading Opinions Digital, 12.06.2019

Quelle:
Pollock R et al.: Characterizing the epigenomic landscape of psoriasis patients destined to develop psoriatic arthritis. EULAR-Kongress, 12.–15. Juni 2019, Madrid, Abstract Nr. OP0203

Rheumatologie | Dermatologie

In einer epigenetischen Studie zeigte sich, dass die DNA-Methylierung ein Biomarker ist, der bei Psoriasispatienten mit der Entwicklung einer Psoriasisarthritis (PsA) assoziiert ist. Etwa 4 Jahre vor der PsA-Diagnose kam es zu typischen Veränderungen der Erbsubstanz.

Ungefähr ein Drittel aller Psoriasispatienten wird im Laufe des Lebens eine Psoriasisarthritis (PsA) entwickeln, häufig in den ersten 10 Jahren nach Diagnosestellung. Das Zusammenspiel zwischen Umwelt, Genetik und Epigenetik ist bisher nur rudimentär verstanden, es wird jedoch vermutet, dass epigenetische Prozesse darüber entscheiden, welche Psoriasispatienten eine PsA entwickeln werden. Eine epigenetische Deregulierung auf Ebene der DNA-Methylierung ereignet sich sehr früh bei der PsA-Pathogenese, noch vor dem Auftreten klinischer Symptome, und könnte daher als Biomarker für die Vorhersage der Krankheitsentwicklung dienen.
Dr. Remy Pollock vom University Health Network Toronto (Kanada) führte einen epigenomweiten Vergleich der DNA-Methylierung in Blutproben von 60 Psoriasispatienten, die eine PsA entwickelten, und solchen, die keine entwickelten, durch. Im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Psoriasisdauer waren die Patienten vergleichbar.
Hier zeigten sich diskrete, aber signifikante Unterschiede in der DNA-Methylierung an 68 Genorten (CpG-Dinukleotiden), von denen einige bei der Th17-Differenzierung involviert waren. „Die wichtigste Botschaft unserer Studie ist, dass wir künftig vielleicht die DNA-Methylierung als prognostischen Marker für die Entwicklung einer PsA verwenden könnten“, erklärte Dr. Pollock. Dies hätte den großen Vorteil, dass solche Patienten dann früh einer Therapie zugeführt werden könnten.
In einem nächsten Schritt plant die Arbeitsgruppe, zu untersuchen, wie sich die DNA-Methylierung nach der PsA-Diagnose verändert und ob die Methylierung mit einer Gen- und Proteinexpression von proentzündlichen Signalwegen korreliert.


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