Fachthema

Antifibrotische Therapie bei Sklerodermie-assoziierter ILD

Erhalt der Lungenfunktion bei unterschiedlichsten Subgruppen

Leading Opinions Digital, 12.06.2019

Quelle:
Distler O et al.: Nintedanib reduced decline in forced vital capacity across subgroups of patients with systemic sclerosis-associated interstitial lung disease: data from the SENSCIS trial. Oral Presentation, EULAR-Kongress, 12.–15. Juni 2019, Madrid, Abstract Nr. OP0017

Rheumatologie | Pneumologie

Die SENSCIS-Studie zeigte, dass der Tyrosinkinasehemmer Nintedanib den Verlust der Lungenfunktion bei Patienten mit systemischer Sklerose (SSc) und damit assoziierter interstitieller Lungenerkrankung (ILD) abbremsen kann. Eine Subgruppenanalyse bestätigte jetzt den therapeutischen Nutzen von Nintedanib, unabhängig von Sklerosesubtyp, Alter, Herkunft und Einnahme von Mycophenolat-Mofetil.

Die SENSCIS-Studie ist mit 576 Patienten die größte Phase-III-Studie, die je bei systemischer Sklerose durchgeführt wurde. Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen ein erstes Nicht-Raynaud-Symptom vor weniger als sieben Jahren vor Studieneinschluss festgestellt wurde und die eine mindestens 10%ige Lungenfibrose aufwiesen (ermittelt mithilfe einer hochauflösenden CT-Aufnahme). Die Studienteilnehmer wurden ein Jahr lang zusätzlich zu ihrer immunsuppressiven Therapie mit Placebo oder Nintedanib behandelt.  Hier zeigte sich, dass Nintedanib tatsächlich die Progression der Fibrose abbremsen kann. So nahm die forcierte Vitalkapazität (FVC) bei Einnahme von Nintedanib um 52,4 ml/Jahr ab, im Vergleich zu 93,3 ml/Jahr bei Therapie mit Placebo (p = 0,04). Dies entsprach einer relativen Reduktion der Verschlechterung der Lungenfunktion durch Nintedanib um 44 %.

Im Rahmen des EULAR-Kongresses stellte Prof. Oliver Distler, Rheumatologe am Universitätsspital Zürich, eine Subgruppenanalyse der SENSCIS-Studie vor: Hier wurden präspezifiziert die Abnahmen der FVC-Werte nach Geschlecht, Alter, Herkunft, Ethnie, Subtyp der Sklerose (diffus kutane vs. limitiert kutane systemische Sklerose), Antikörperstatus (Anti-Topoisomerase-I-positiv oder -negativ) und Einnahme von Mycophenolat-Mofetil ausgewertet. Hier zeigte sich, dass Nintedanib unabhängig von den Ausgangsvoraussetzungen seine Wirksamkeit entfaltete.

 „Dies sind sehr gute Nachrichten für SSc-Patienten und deren Ärzte, weil es bisher keine Behandlungsmöglichkeit für SSc-Patienten mit assoziierter interstitieller Lungenerkrankung gibt“, erklärte Prof. Distler. Interstitielle Lungenerkrankungen sind die häufigste Todesursache von Patienten mit systemischer Sklerose und für circa ein Drittel der Todesfälle verantwortlich.


zurück zum EULAR 2019 - Highlights