Fachthema

Akute Myeloische Leukämie

Gilteritinib unabhängig von Co-Mutationen wirksam

Leading Opinions Digital, 03.06.2019
Onkologie

In der Phase-III-Studie ADMIRAL konnte für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit FLT3-mutierter rezidivierter/refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) ein Überlebensvorteil unter dem FLT3-Inhibitor Gilteritinib gezeigt werden. In einer Subgruppenanalyse wurde nun der Einfluss von Co-Mutationen auf den Therapieerfolg untersucht.

Das Gesamtüberleben (OS), co-primärer Endpunkt der Phase-III-Studie ADMIRAL, wurde im Vergleich mit einer Salvage-Chemotherapie von median 5,6 auf 9,3 Monate verlängert (HR: 0,637; p=0,0007). Die Rate an komplettem Ansprechen, der zweite co-primäre Endpunkt, betrug 34,0% unter Gilteritinib versus 15,3% unter Salvage-Chemotherapie.
Der klinische Vorteil der Gilteritinib-Therapie wurde unabhängig von Co-Mutationen in NPM1, DNMT3A und WT1 festgestellt. Im Verhältnis zu anderen Co-Mutationen zeigten Patienten mit sowohl NPM1 als auch DNMT3A Co-Mutationen einen besonders guten Therapieerfolg mit Gilteritinib. Für Patienten mit einer hohen FLT3-ITD-Allel-Ratio wurde unter Gilteritinib ein Überlebensvorteil im Vergleich zur Salvage-Chemotherapie beobachtet. Patienten im Gilteritinib-Arm wiesen keinen OS-Unterschied mit einer hohen versus einer niedrigen FLT3-ITD-Allel-Ratio auf. Im Salvage-Chemotherapie-Arm hingegen hatten Patienten mit einer niedrigen FLT3-ITD-Ratio einen besseren Überlebensvorteil gegenüber der Kohorte mit hoher FLT3-ITD-Ratio. Die Ergebnisse dieser Subgruppenanalyse stützen den Einsatz von Gilteritinib bei Patienten mit rezidivierter/refraktärer AML, unabhängig vom Co-Mutationsstatus und der FLT3-ITD-Ratio.

Literatur: