Fachthema

Zehn Empfehlungen der ESC/EACTS bezüglich der Richtlinien zur myokardialen Revaskularisation 2018

Jatros, 28.02.2019

Autor:
Univ.-Prof. Dr. Bernd Eber
Ärztlicher Leiter Klinik Wilhering GmbH
E-Mail: bernd.eber@klinik-wilhering.at

Kardiologie & Gefäßmedizin

  1. Vor Revaskularisation mittels PCI oder Bypasschirurgie sollte ein Ischämie- Nachweis mittels nicht invasiver Tests oder intravaskulärer Bestimmung der Flussreserve erfolgen.
  2. Beim Nachweis großer Areale einer induzierbaren myokardialen Ischämie oder relevanten systolischen Dysfunktion sollte eine myokardiale Revaskularisation mittels PCI oder Bypasschirurgie erfolgen, um das Langzeitüberleben zu verbessern.
  3. Eine myokardiale Revaskularisation sollte ebenfalls zur Symptomlinderung einer myokardialen Ischämie trotz medikamentöser Therapie erfolgen, wenn der Betroffene damit einverstanden ist.
  4. Der prognostische und symptomatische Benefit einer myokardialen Revaskularisation hängt sehr davon ab, ob eine komplette Revaskularisation durchgeführt wurde. Diese sollte stets angestrebt werden.
  5. Diabetes mellitus und ein ausgedehnter Koronarbefall sollten aufgrund des größeren Überlebens-Benefits bevorzugt mittels Bypasschirurgie behandelt werden. Dies ist natürlich auch abhängig vom individuellen Operationsrisiko und den technischen Möglichkeiten.
  6. Der SYNTAX-Score sollte zur Beurteilung der Komplexität der KHK herangezogen werden.
  7. Komplexe Situationen verlangen für das individuelle Vorgehen ein HEARTTeam; die Entscheidung sollte mit dem betroffenen Patienten und dessen Wünschen eingehend auch hinsichtlich der Kurz- und Langzeitdaten besprochen werden.
  8. Der radiale Zugang sollte bei jeder PCI primär erwogen werden, unabhängig von der klinischen Präsentation.
  9. Drug-eluting Stents (DES) sollten bei jeder PCI bevorzugt eingesetzt werden, unabhängig von der klinischen Präsentation, der Läsion(en) und der nötigen Dauer einer dualen Plättchentherapie oder begleitenden Antikoagulation.
  10. Ein (multiples) arterielles Grafting sollte angestrebt werden, wobei die Radialarterie oder die Arteriae mammariae beidseits verwendet werden sollen. Dies gilt vor allem dann, wenn kein erhöhtes Risiko für eine sternale Wundinfektion vorhanden ist.

Literatur: