Fachthema

Multiples Myelom

Elotuzumab vertieft Ansprechen nach ASCT

Jatros, 01.02.2018

Bericht:
Dr. Ine Schmale
Hämatologie | Onkologie

In der Phase-III-Studie ELOQUENT-2 konnte mit der Gabe des SLAMF7-Inhibitors Elotuzumab zusätzlich zu Lenalidomid und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) erreicht werden. Nun prüften Sheeba K. Thomas, Houston/USA, und Kollegen die Addition von Elotuzumab zu Lenalidomid in der Erhaltungstherapie nach autologer Stammzelltransplantation (ASCT) (ASH 2017, Abstr. #840). Primärer Endpunkt der Studie war das PFS, definiert als die Zeit von der ASCT bis zum klinischen Krankheitsprogress oder Tod des Patienten.

Die Patienten waren im Median 68 Jahre alt und hatten in 71% der Fälle eine sowie in 29% der Fälle zwei Therapielinien vor ASCT erhalten. Im Median lagen 158 Tage zwischen ASCT und dem Beginn der Erhaltungstherapie. Ein Drittel der Patienten wies zytogenetische Hochrisikofaktoren auf, bei zwei Dritteln bestand ein normales Risiko.

Durch die Erhaltungstherapie konnte bei 36% der Patienten eine Verbesserung der Tiefe des Ansprechens erreicht werden, bei 20% wurde die Remission von einem partiellen zu einem kompletten Ansprechen verbessert (Abb. 1). Im Median betrug die Anzahl der Therapiezyklen bis zum besten beobachteten Ansprechen 3,5. Von 13 Patienten, bei denen die minimale Resterkrankung (MRD) gemessen wurde, waren 10 Patienten bereits bei Studieneintritt MRD-negativ und 3 Patienten verbesserten sich im Lauf der Studie von VGPR zu MRD-negativ.

Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 23 Monaten war der Median bezüglich des PFS noch nicht erreicht. Nach zwei Jahren waren 88% der Patienten ohne Progress. Von 6 Patienten mit progredienter Erkrankung hatten 3 Patienten ein hohes zytogenetisches Risiko und bei 3 Patienten war das Risiko laut zytogenetischer Untersuchung normal. Drei Patienten verstarben, 2 mit Krankheitsprogress unter der Salvagetherapie und ein Patient mit sehr gutem partiellem Ansprechen (VGPR) aufgrund einer akuten Enzephalopathie.

An hämatologischen Nebenwirkungen aller Grade (Grad 3/4) traten Anämien bei 71% der Patienten (6%), Neutropenien bei 69% (31%), Thombozytopenien bei 68% (7%) und febrile Neutropenien bei 9% (4%) der Patienten auf. An nicht hämatologischen Nebenwirkungen (alle Grade/Grad 3–4) wurden am häufigsten Fatigue (76%/15%), Myalgien (71%/7%), Diarrhö (69%/16%), Atemwegsinfektionen (57%/12%), Übelkeit und Erbrechen (57%/4%) sowie Schwindel (56%/3%) beobachtet. Bei 44% der Patienten wurde die Lenalidomid-Dosis reduziert.