Fachthema

Immuntherapie

Kombination von BTK- und PD-1-Inhibition geprüft

Jatros, 01.02.2018

Bericht:
Dr. Ine Schmale
Hämatologie | Onkologie

Da PD-1-Inhibitoren bei verschiedenen hämatologischen Entitäten einen klinischen Benefit zeigen konnten und in Xenograft-Modellen eine verbesserte Antitumoraktivität eines Checkpoint-Inhibitors durch Ibrutinib erreicht wurde, untersuchten Anas Younes, New York/USA, und Kollegen die Kombination von Ibrutinib (420mg bzw. 560mg, qd) mit Nivolumab (3mg/kg, q2w) bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie oder kleinzelligen lymphozytischen Lymphomen (CLL/SLL), follikulären Lymphomen (FL), diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen (DLBCL) oder Richter-Transformationen (ASH 2017, Abstr. #833).

Die 36 in die Studie eingeschlossenen CLL/ SLL-Patienten waren im Median 65 Jahre alt und hatten im Vorfeld der Studie median zwei Therapielinien erhalten. Zum Zeitpunkt der Auswertung hatten 23 Patienten (64%) die Therapie abgebrochen, 9 Patienten (25%) aufgrund von Krankheits progress und 11 Patienten (31%) aufgrund von Nebenwirkungen. Bezüglich der Wirksamkeit wurde ein Ansprechen (CR + PR + PRL) bei 75% der Patienten sowie eine stabile Erkrankung bei 14% festgestellt. Bei nahezu allen für das Ansprechen auswertbaren Patienten wurde eine maximale Verringerung der Zielläsionen um wenigstens 40% gesehen (Abb. 1). Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten war der Median bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) noch nicht erreicht.

Die Ergebnisse zum Ansprechen seien vergleichbar mit den Daten unter alleiniger Ibrutinib-Therapie, resümierte Younes, es würden nun Biomarkeranalysen folgen, um die molekularbiologische Aktivität und den klinischen Therapieerfolg für spezifische Patientengruppen zu prüfen. Die Ergebnisse zur Richter-Transformation waren mit einer Ansprechrate von 65% vielversprechend.

Unter allen Studienteilnehmern (n=141) wurden bei 82% Nebenwirkungen = Grad 3 beobachtet. An hämatologischen Nebenwirkungen traten am häufigsten Neutropenie (28%) und Anämie (23%) auf. Von den nicht hämatologischen Nebenwirkungen wurden Rash (10%) und Pneumonien (9%) am häufigsten berichtet. Immunbezogene Nebenwirkungen von Grad 3/4 äußerten sich überwiegend an der Haut (8%) oder waren hepatischer (4%) oder gastrointestinaler Art (3%).