Fachthema

Anstrengungen beim Prostatakarzinom zeigen Wirkung

Jatros Digital, 08.05.2017

Autor:
Dr. Ine Schmale
Quelle:
Helgstrand JT et al: Survival trends in patients diagnosed with metastatic prostate cancer – a nationwide analysis. ASCO GU 2017, Abstr. #171

Onkologie | Urologie & Andrologie

Das Risiko für einen neu diagnostizierten Prostatakarzinompatienten im metastasierten Stadium, an seiner Erkrankung zu sterben, hat sich mit den neuen Therapieoptionen verringert. Dies wurde in klinischen Studien anhand des Vergleichs von experimenteller mit Standardtherapie gezeigt, es gab allerdings bislang keine neueren populationsbezogenen Nachweise. Um die Entwicklung der Prognose neu diagnostizierter metastasierter Prostatakarzinompatienten zu bestätigen, wurde in einer nationalen dänischen Studie die 5-Jahres-Mortalität von Patienten mit Diagnose eines metastasierten Prostatakarzinoms im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte ausgewertet.
Insgesamt wurden zwischen 1995 und 2011 im dänischen Prostatakarzinom-Register 6874 Männer mit neu diagnostiziertem, metastasiertem Prostatakarzinom identifiziert und in drei Gruppen entsprechend dem Zeitpunkt der Diagnosestellung eingeordnet: Diagnose in den Jahren 1995–2000, 2001–2005 oder 2006–2011. Das 5-Jahres-Risiko bezüglich der Prostatakarzinom-spezifischen Mortalität verringerte sich um 17% von 72,8% auf 55,8% (p<0,0001), wogegen sich die Mortalität aufgrund anderer Ursachen um 5,7% von 11,4% auf 17,1% erhöhte (p<0,0001). Das Alter bei Diagnosestellung sank um ein Jahr (p=0,028), der PSA-Wert bei Diagnosestellung um 134ng/ml (p=0,013). Laut einer multivariaten Analyse war die Diagnose in einer späteren Periode auch nach Adjustierung für Alter, PSA-Wert und Gleason Score signifikant mit einer Verringerung der 5-Jahres-Mortalität assoziiert.